Wenn wieder einmal ein Virus durchs Dorf getrieben wird

Morgens mit der Pfeife im Garten

Manchmal sitze ich morgens mit meiner Pfeife im Garten, schaue Hektor beim Schnüffeln zu und denke:

„Früher hatte man Wetterangst, heute hat man Schlagzeilenangst.“

Kaum ist ein paar Monate Ruhe eingekehrt, taucht irgendwo ein neuer Name auf.
Diesmal soll es also ein „Manta Virus“ sein. Er sei auf einem Schiff entdeckt worden, habe Todesopfer gefordert und die „Neue Pandemie“ anschliessend in alle Welt getragen.
Der Name des Virus klingt ein bisschen wie ein japanischer Kampfroboter auf Adrenalin oder wie ein billiger Science-Fiction-Film aus den Achtzigern. Aber kaum fällt so ein Begriff irgendwo im Internet, beginnen manche schon wieder hektisch zu werden, beginnen panisch zu hecheln.

Die einen wollen sofort neue Regeln.
Die anderen wittern bereits den nächsten Weltuntergang.
Und irgendwo dazwischen sitzt der normale Mensch und fragt sich bloss:

„Müssen wir jetzt wirklich schon wieder durchdrehen?“

Ich sage nur:

Vorsicht ist vernünftig.
Panik ist anstrengend.

Natürlich soll man Krankheiten ernst nehmen.
Natürlich lernen Wissenschaft und Medizin ständig dazu.
Aber man darf auch lernen ruhig zu bleiben, Informationen sauber einzuordnen und nicht jedes Hämmern auf der Buschtrommel sofort für den Beginn der Apokalypse zu halten.

Denn Angst ist heute ein Geschäft geworden.
Zu einem einträglichen noch dazu.
Mit Angst klickt man.
Mit Angst verkauft man.
Mit Angst bindet man Aufmerksamkeit.

Und manchmal hat man das Gefühl, gewisse Leute würden fast enttäuscht wirken, wenn eine Woche lang nichts Bedrohliches passiert.
Hektor übrigens interessiert das alles herzlich wenig.
Er kontrolliert lieber, ob die Nachbarskatze wieder im Kräuterbeet sitzt.

Vielleicht ist das gar nicht die dümmste Strategie.

Kleine Randbemerkung:
Ein gesunder Mensch braucht nicht nur Informationen – sondern auch innere Ruhe. Dauerstress, Angst und permanente Alarmbereitschaft machen den Körper nämlich ebenfalls müde. Vielleicht sollte man das gelegentlich auch mitmessen.

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